
07 Aug. Aktueller Gesundheitszustand der deutschen Bevölkerung
1. Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung
Eine jüngst veröffentlichte Studie zeigt: Drei Viertel der Deutschen (75 %) sind der Ansicht, mehr für ihre körperliche Gesundheit tun zu müssen. Fast ebenso viele (71 %) betonen, mehr für ihr mentales Wohlbefinden tun zu wollen. Besonders ausgeprägt ist dieses Bewusstsein bei den 35‑ bis 44‑Jährigen (bis zu 83 %) – am geringsten (bis zu 67 %) liegt es bei Menschen mit niedrigem Bildungsniveau.
2. Soziale Ungleichheiten in der Gesundheit
Der Zusammenhang zwischen sozialer Lage und Gesundheit bleibt bedeutsam: Menschen aus niedrigen Einkommensgruppen schätzen ihren Gesundheitszustand deutlich schlechter ein. Laut Robert Koch‑Institut liegt die Lebenserwartung bei Männern aus der unteren Einkommensgruppe bei Geburt fast elf Jahre unter derjenigen in höheren Gruppen – bei Frauen beträgt der Unterschied rund acht Jahre.
3. Gesundheitssystem und Versorgungssituation
Deutschland zählt zu den Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben weltweit: 2023 betrugen sie rund 500,8 Milliarden Euro – etwa 6 013 Euro pro Einwohner. Rund 78 % dieser Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (gegenüber etwa 41 % im OECD‑Europa‑Durchschnitt). Ende 2023 arbeiteten etwa 6,1 Mio. Menschen im Gesundheitswesen.
Die Anzahl der Menschen ohne Krankenversicherung ist weiterhin sehr gering: 2019 waren geschätzt nur rund 61 000 Menschen nicht versichert – weniger als 0,1 % der Bevölkerung.
4. Fazit
Der Gesundheitszustand der Bevölkerung in Deutschland zeigt ein zunehmendes Bewusstsein für körperliches und psychisches Wohlbefinden – allerdings bestehen weiterhin signifikante soziale Ungleichheiten. Gleichzeitig steht das Gesundheitssystem unter wachsendem Druck durch demografischen Wandel, Fachkräftemangel und steigende Kosten.
5. Relevanz für Unternehmen
Unternehmen können im Rahmen ihrer Verantwortung zur Gesundheitsförderung beitragen – etwa durch gesundheitsorientierte Arbeitsplätze, flexible Arbeitszeitmodelle, psychosoziale Unterstützungsangebote oder Präventionsprogramme. Dabei profitieren nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch die Organisation durch höhere Produktivität, geringere Fehlzeiten und eine stärkere Arbeitgebermarke.
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